Moorlandschaft Gurnigel Gantrisch


Moorlandschaft von nationaler Bedeutung

Die Moorlandschaft Gurnigel –Gantrisch ist eine der besonderen Naturperlen des Naturpark Gantrisch. Sie ist eine der grössten 'Moorlandschaften von besonderer Schönheit und von nationaler Bedeutung' der Schweiz. Moore sind nasse, nährstoffreiche und saure Lebensräume. Nur sehr robuste und genügsame Pflanzen und Tiere können unter diesen Bedingungen leben. So trifft man in den Mooren nur Spezialistinnen wie Seggen, Binsen, Wollgräser und Orchideen. Ihre speziellen Farben und Formen prägen die Landschaft. Moorlandschaften sind hochsensible Lebensräume. In der Schweiz existieren nur noch 10% der ursprünglichen Moore und auch diese sind gefährdet.

Schönheit mit rauhem Charakter

Die Moorlandschaft Gurnigel/Gantrisch erstreckt sich über mehrere weite Hänge an den Wasserscheiden zwischen Gürbe, Sense und Schwarzwasser. Sie fasziniert durch ihren rauhen Charakter und ihre teilweise schwer zugänglichen Gebiete. Die Hoch- und Flachmoore sind auf Flyschuntergrund und Moränenmaterial entstanden und kommen in hoher Dichte und als bemerkenswert grosse zusammenhängende Flächen vor. Im waldreichen Nordteil der Moorlandschaft nehmen Flachmoore fast das ganze Offenland zwischen den dichten Wäldern ein, am Südhang gegen die Gantrischsense überziehen sie das weite Alpweidegebiet. Die Hänge werden hier von bewaldeten Gräben in Kammern unterteilt, wodurch ein Mosaik aus Wald und Offenland mit vielen Flach- und einigen Hochmooren entsteht.

In flacheren Gebieten, insbesondere am Nordhang bei 'In den Beder', werden verschiedene grosse Flachmoore als Streuewiesen genutzt. Die meisten Flachmoore werden beweidet oder als Heuwiesen genutzt. Auf Hangverebnungen im Wald und hinter wasserstauenden Moränenzügen sind mehrere Hochmoore entstanden, so zum Beispiel in den Gebieten Selenen, Rotmoos, Schalenberg und Wissenbach. Sie sind offen oder mit Bergföhrenwald und vereinzelten Birken bewachsen und weisen viele hochmoortypische Elemente auf. hochmoorähnliche Vegetation, wie sie zum Beispiel bei 'Bärgli' grossflächig zu finden ist, bereichert die Moorlandschaft zusätzlich.

(Textquelle: Kantonaler Sachplan Moorlandschaften, Amt für Gemeinden und Raumordnung, Kanton Bern, 2000)